Das Ehrenamt

Was heißt es eigentlich, im Ehrenamt tätig zu sein? Wie bin ich dort versichert? Wer haftet für Schäden, die während den ehrenamtlichen Aktivitäten entstehen können? Bekomme ich etwas bezahlt? Was bringt mir ein solches Engagement eigentlich? Diese und weitere Fragen beantworten wir Ihnen hier, kurz und übersichtlich.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Erinnern Sie sich noch an Ihren letzten Erste-Hilfe-Kurs? „Als Erstes sprechen wir den Bewusstlosen an. Dann rufen wir laut ‚Hilfe!’, um den anderen klar zu machen, dass es jemanden gibt, der Hilfe braucht. Danach prüfen wir die Atmung. Falls wir sie spüren, legen wir den Bewusstlosen in die stabile Seitenlage, wählen ‚112’ und halten solange den Körper warm. Am besten mit einer Decke…“

Daniela Warmberger ist seit Kurzem als Erste-Hilfe-Ausbilderin tätig. Obwohl Sie in Vollzeit als Bankkauffrau arbeitet, hat sie jeden Dienstag Spaß daran, den Abend für andere zu nutzen. Sie liebt es, Menschen zu helfen und ihr Wissen weiterzugeben. Doch was heißt es eigentlich im Ehrenamt tätig zu sein?



Definition Ehrenamt

Sich ehrenamtlich zu engagieren bedeutet, für eine Organisation freiwillig und ohne Vergütung Arbeit zu leisten. Dies kann verschiedene Gründe haben.



Was bringt mir mein Engagement im Ehrenamt?

Ein Grund kann z.B. Hilfsbereitschaft sein. Daniela Warmberger aus unserem oberen Beispiel liebt es, Menschen zu helfen und ihr Wissen weiterzugeben. Engagierte arbeiten aber auch im Ehrenamt, um neue Freundschaften zu finden, politische Meinungen zu pflegen, Fähigkeiten zu entwickeln, das Selbstwertgefühl zu steigern, Schuldgefühle abzubauen, anderen für selbst erfahrene Hilfe zu danken, Wissen zu erlangen oder einfach nur aus purem Spaß! Sie können gemeinsam mit Ihren Mitmenschen etwas bewegen. Ihre Aufgabe stärkt Ihre sozialen Fähigkeiten und bringt Sie persönlich nach Vorn! Wenn Sie selbst einen Verein gründen wollen, helfen wir Ihnen gerne mit den wichtigsten Informationen zur Vereinsgründung weiter.

Wie ist die Geschichte des Ehrenamts?

Schon im antiken Griechenland und seit dem frühesten Christentum wurde der Einsatz für die Allgemeinheit als persönliche Maxime für jedermann angesehen.
Im alten Rom war das Ehrenamt ein öffentliches Amt ohne Vergütung, das auf Freiwilligkeit basierte. Viele Ämter wurden dort freiwillig ausgeübt.
Heute bedeutet der Begriff so etwas wie „Bürgerschaftliches Engagement“ oder „Freiwilligenarbeit“ und muss kein öffentliches Amt sein. Politische und christliche Leitbilder sind mittlerweile genauso wichtig, wie die Selbstentfaltung und die Wertschätzung des Helfenden.

Bekomme ich im Ehrenamt etwas bezahlt?

Die Arbeit im Ehrenamt ist unentgeltlich. Es geht sozusagen um die „Ehre“.

Wie viel Zeit benötige ich fürs Ehrenamt?

Wie viel Zeit Sie in Ihr Ehrenamt stecken wollen, entscheiden nur Sie selbst: Sie können z.B. zweimal in der Woche einen Trainerjob im Judoverein übernehmen oder einmal im Jahr krebskranke Frauen in einem Krankenhaus besuchen.

Tipp: Setzen Sie sich mit den Mitgliedern der Organisation in Verbindung und sorgen Sie für Klarheit, in welchem Ausmaß Sie sich gern engagieren würden.

Wie finde ich das richtige Ehrenamt für mich?

Schauen Sie sich am besten ein paar Beispiele für Beschäftigungen im Ehrenamt an:

  • Arbeit als Trainer in einem Verein
  • Hilfe in Polizei oder Feuerwehr
  • Arbeit als Sozial- und Jugendarbeiter
  • Arbeit als Erste-Hilfe-Ausbilder
  • Hilfe im Rettungs- und Sanitätsdienst, im roten Kreuz
  • Ehrenamtliche Hilfe in der Pflege, z.B. Betreuung Demenzkranker oder Besuchsdienste
  • Hilfe beim Senioren-Mittagstisch
  • Begleitung todkranker Menschen
  • Mitarbeit in religiösen Gemeinden, z.B. Mitgestaltung des Gottesdienstes, Lesen aus der Bibel
  • Arbeit als Schöffe (= ehrenamtliche Richter, die bei der Urteilsfindung mithelfen)

Sie sehen, es gibt viele Bereiche, die Sie sich für Ihre ehrenamtliche Arbeit aussuchen können.

Bin ich im Ehrenamt versichert?

Wer haftet für Schäden, die während Ihren freiwilligen Aktivitäten entstehen können? Das ist eine wichtige Frage. Denn Schäden können leicht geschehen, z.B. beim Ausrichten kurzfristiger und nicht-satzungsmäßiger Veranstaltungen. Dort gibt es für die ehrenamtlichen Veranstalter vieles zu beachten, um nicht in diverse Haftungsfallen zu tappen. Dies kann z.B. schon bei nicht ordnungsgemäßem Getränkeausschank passieren. Deswegen ist es wichtig, sich über die Risiken und Möglichkeiten zur Absicherung im Ehrenamt umfassend zu informieren.
Einer der besten Orte, wo Sie dies tun können, ist unsere Website.

Tipp: Das Deutsche Ehrenamt bietet Mitgliedern mit dem Schutzbrief eine mustergültige Methode, sich gegen Haftungsschäden im Verein abzusichern.

Arbeitslos – Kann ich mich trotzdem engagieren?

Auch als Arbeitsloser können Sie sich natürlich engagieren. Man sollte jedoch beachten, dass die Vermittelbarkeit in den Arbeitsmarkt Vorrang vor der freiwilligen Tätigkeit hat.
Solange Ihre ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr als 15 Stunden pro Woche umfasst, brauchen Sie diese nicht Ihrer Arbeitsagentur melden. Ihr Anspruch auf Arbeitslosengeld bleibt während des Ehrenamts bestehen.

Gerne stehen wir Ihnen weiterhin zur Verfügung und beantworten Ihre Fragen über das Kontaktformular.

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