Die Ehrenamtspauschale

Engagiert Steuern sparen

Steuern bereiten nicht nur Unternehmen und Privatpersonen so manches Mal Kopfzerbrechen, auch für Vereine sind Steuern ein wichtiges Thema. Vor allem, wenn man weiß, wie man mit seinem Engagement sogar Steuern sparen kann. Die Rede ist von der sogenannten Ehrenamtspauschale. Darunter versteht man einen Steuerfreibetrag, welcher für Tätigkeiten mit einem mildtätigen, gemeinnützigen oder kirchlichen Zweck geltend gemacht werden kann. Auf diese Weise hat das Finanzministerium für eine Steuergerechtigkeit des deutschen Ehrenamts gesorgt. Wie auch bei der Übungsleiterpauschale handelt es sich bei der Ehrenamtspauschale um einen steuerlichen Freibetrag von 720 Euro im Jahr.

ehrenamtspauschaleENGAGEMENT

Mal vorausgesetzt…Das bedarf es, um von der Ehrenamtspauschale profitieren zu können

Um auf die steuerfreien 720 Euro Im Jahr zurückgreifen zu dürfen und auf diese Weise eine Belohnung für sein ehrenamtliches Engagement zu erhalten, bedarf es einiger Voraussetzungen, welche erfüllt sein müssen:

  • Der Verein muss im Sinne seiner Gemeinnützigkeit mildtätige, gemeinnützige oder kirchliche Ziele verfolgen, welche ihren Zweck entsprechend in der Satzung exakt beschreiben. Sobald der Verein dabei wirtschaftliche Ziele verfolgt, kann die Ehrenamtspauschale nicht länger in Anspruch genommen werden. Dieser Fall tritt beispielsweise beim Verkauf von Tickets im Stadion eines Vereins ein.
  • Die Pauschale betrifft lediglich Tätigkeiten, welche nebenberuflich ausgeübt werden. Als Nebenberuf wird dabei ein zeitliches Drittel eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs definiert. Wer beispielsweise seinem Beruf in Vollzeit an fünf Tagen die Woche nachgeht und zusätzlich zwei Tage in der Woche als Platzwart arbeitet, hat folglich ein Recht auf den Anspruch der Ehrenamtspauschale. Natürlich können auch Personen, welche im steuerrechtlichen Sinne keinen Hauptberuf aufweisen können, beispielsweise Studenten, Hausfrauen, Rentner, Vermieter oder Arbeitslose, nebenberuflich tätig sein und profitieren ebenfalls von der Ehrenamtspauschale.
  • Unabhängig von der Anzahl der im Verein ausgeübten Tätigkeiten, der Betrag in Höhe von 720 Euro gilt als Obergrenze der von Steuern und Sozialabgaben befreiten Einnahmen. Alle Beträge, die diese Grenze überschreiten, fallen demnach unter die Steuer.

Um dem Ganzen ein wenig mehr Anschaulichkeit zu verleihen: Es gibt eine ganze Bandbreite an Tätigkeiten im Verein, für welche die Ehrenamtspauschale greift und somit von den steuerlichen Vorteilen profitiert werden kann. Zu diesen gehören neben dem Vereinsvorstand und dem Schatzmeister, also Ämter für welche man über die Mitgliederversammlung gewählt wird, auch ein Platzwart, der Schiedsrichter im Amateurbereich, eine Ordnungskraft oder Reinigungsdienstleister, sowie Fahrer und (Assistenz-)Betreuer.

Aber: Ausnahmen bestätigen die Regel…

…und deshalb fallen eben nicht alle Tätigkeiten innerhalb des Vereins unter die Ehrenamtspauschale. Von der Begünstigung ausgenommen bleiben deshalb alle Tätigkeiten eines steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs und der Verwaltung des Vermögens sowie das Ausüben des Amateursports. Damit wird vor allem deutlich, dass jene Tätigkeiten, die einen wirtschaftlichen

Nutzen verfolgen, entsprechend nicht von der Pauschale profitieren können. Dazu gehören beispielsweise folgende Tätigkeitsfelder im Verein:

  • Der Verkauf von Lebensmitteln während eines Vereinsfests
  • Das Kassieren von Eintrittsgeldern für Veranstaltungen des Vereins
  • Das Anwerben von Sponsoren

Beispieltätigkeiten für die Ehrenamtspauschale

Hier nennen wir Ihnen einige Beispiele für Tätigkeiten, für die Sie die Pauschale nutzen können:

  • Platzwart
  • Vereinsvorstand
  • Schatzmeister
  • Schiedsrichter im Amateurbereich
  • Fahrer
  • Ordnungskraft
  • Reinigungsdienstleister
  • (Assistenz-)Betreuer

Die Pauschale hat auch Leon Huber sehr genutzt. Leon Huber ist ein sehr engagierter und sehr kontaktfreudiger Mensch. Unter der Woche arbeitet er als Bankkaufmann und empfängt Kunden am Filialschalter. Samstags und sonntags ist er dagegen ehrenamtlicher Platzwart des Fußballvereins Fußballfreunde e.V. Zudem ist er Hilfstrainer. Nach seinem erholsamen Rundgang über die Fußballplätze schaut er sich gern die Ranglistenspiele des Vereins an. Dabei kommt Leon oft ins Gespräch. Leon liebt seinen Verein. Er genießt den Respekt aller Vereinsmitglieder. Vor Kurzem erfuhr Leon von seiner Steuerberaterin, dass er durch seine nebenberufliche Vereins-Mitarbeit mit der Ehrenamtspauschale sogar Steuern sparen kann. Er sprang vor Freude regelrecht in die Luft!
 
 

Fragen zur Ehrenamtspauschale? Wir helfen gerne!

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Unsere Leistungen im Überblick

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Welche Tätigkeiten werden nicht begünstigt?

Gemäß eines Schreibens des BMF (1) ist weder die „Tätigkeit der Amateursportler“ noch „Tätigkeiten in einem steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb und bei der Verwaltung des Vermögens“ begünstigt. Tätigkeiten, für die Sie die Ehrenamtspauschale nicht nutzen können, sind vor allem die, welche zum wirtschaftlichen Nutzen gereichen, z.B.
 

  • der Verkauf von Lebensmitteln während dem Vereinsfest
  • das Kassieren von Eintrittsgeldern für Veranstaltungen des Vereins
  • das Anwerben von Werbesponsoren

Die Ehrenamtspauschale und ihr Platz in der Steuererklärung

Die Ehrenamtspauschale ist eine Einnahme und dementsprechend auch als solche in der Steuererklärung aufzunehmen. Dabei gibt es einige Unterschiede zwischen Selbstständigen und Arbeitnehmern, welche wir hier nochmals voneinander abgrenzen wollen:

Selbständige

Wer selbstständig tätig ist, der trägt die steuerfreien Aufwandsentschädigungen bzw. Einnahmen in die Zeilen 44/45 der Anlage S ein. Ein Überschuss wird in der Zeile 10 vermerkt.

Wenn die Einnahmen aufgrund der Ehrenamtspauschale steuerfrei bleiben, muss keine Einnahmen-Überschussrechnung abgegeben werden. Sind die Einnahmen dagegen höher oder wird zusätzlich der Gebrauch von Pauschalen für Betriebsausgaben gemacht, gilt dies dagegen nicht. Übersteigt der Überschuss einen Wert von 410 Euro, so muss die Anlage elektronisch an das Finanzamt übermittelt werden.

Arbeitnehmertätigkeit

Als Arbeitnehmer werden die steuerfreien Einnahmen bis zu 720 Euro in der Anlage N Zeile 27 eingetragen. Übersteigen die steuerfreien Einnahmen den Ehrenamtsfreibetrag, wird dieser übersteigende Betrag als Arbeitslohn in Zeile 21 der Anlage N aufgenommen. Aufwendungen werden entsprechend in den Zeilen 31 bis 87 sowie 95 vermerkt.

Können übungsleiterfreibetrag und ehrenamtspauschale kombiniert werden?

Ja, die Ehrenamtspauschale und die Übungsleiterpauschale lassen sich kombinieren. Jedoch nur, wenn eine Person zwei verschiedene Ämter übernimmt. Das wäre beispielsweise dann der Fall, wenn ein Vereinsmitglied auf der einen Seite als Jugendtrainer arbeitet und auf der anderen Seite zusätzlich Vorstand eines Schachvereins ist. In diesem Beispiel werden beide Freibeträge gewährt, sodass in der Kombination insgesamt 3.120 Euro Freibetrag genutzt werden können. Diese Möglichkeit der Kombination gilt aber auch für zwei unterschiedliche Tätigkeiten im selben Verein. Die Kombination der beiden Pauschalen greift allerdings nicht bei einer einzigen Tätigkeit innerhalb des Vereins. Ein Jugendtrainer kann folglich nicht gleichzeitig Gebrauch der 2.400 Euro Übungsleiterfreibetrag und der 720 Euro Ehrenamtspauschale machen.

Aufwandsspende

Manche haben viele Aufwendungen im Verein, wie Porto oder Fahrtkosten. Es ist jedoch möglich, sich Ausgaben, die man im Ehrenamt hat, vom Finanzamt zurück zu holen. Dafür muss man erstmal eine schriftliche Verzichtserklärung an den Verein senden. Der Verein stellt eine Spendenbescheinigung aus, denn es handelt sich um eine Aufwandsspende. Diese kann man in der Steuererklärung als Sonderausgabe angeben. Das ist jedoch nur erlaubt, wenn der Verein auch eine Erstattung der Ausgaben angeboten hat. Der Verzicht darf nicht extra nachträglich ausgestellt worden sein. Er muss dokumentiert sein. 

Nebenberuf

Wenn eine Tätigkeit „nicht mehr als ein Drittel der Arbeitszeit eines vergleichbaren Vollzeiterwerbs in Anspruch nimmt“, wird sie gemäß BMF nebenberuflich ausgeübt1. Ob eine Nebenberuflichkeit vorliegt, müsse man für alle Tätigkeiten getrennt beobachten. Wenn eine Person keinen Hauptberuf ausübe, also z.B. Hausfrauen oder -männer oder Studenten, könnten diese auch „nebenberuflich“ tätig sein.

Aufteilung zwischen mehreren Tätigkeiten?

Da der Freibetrag nach § 3 Nr. 26a EStG ein Jahresbeitrag sei, könne dieser auch dann nur einmal gewährt werden, wenn mehrere Tätigkeiten ausgeübt werden, die begünstigt seien. Wenn jemand für mehrere Vereine arbeitet, z.B. als Schatzmeister, kann er diese Tätigkeiten generell als eine betrachten. Als eine Tätigkeit gelten sie jedoch nur, wenn sie nicht mehr als ein Drittel der Zeit eines hauptberuflich Arbeitenden mit einer ähnlichen Tätigkeit ausmachen. 

Übertragung auf Ehegatten

Freibeträge dürfen nicht auf Ehegatten übertragen werden, auch nicht, wenn dieser nicht voll ausgeschöpfter ist1. Die Befreiung von Steuern sei „personenbezogen vorzunehmen“1.

Vorstandstätigkeit

Der Vorstand wird für seine Tätigkeit keine Ehrenamtspauschale nicht bezahlt. „Tatsächliche Aufwendungen“ wie Telefonkosten oder Fahrtkosten sind vom Ersatz jedoch nicht ausgeschlossen. Dabei muss der Vorstand jedoch nicht jede einzelne Tätigkeit nachweisen, wenn diese die Pauschale nicht übersteigen.1

1: BMF v. 25.11.2008 – IV C 4 -S 2121/07/0010 BStBl 2008 I S. 985

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