Entlastung des Vorstandes

Lisa ist Vorstand eines Sportvereins für Kinder und Jugendliche. Im letzten Jahr hat sie einige neue Spiele und Sportgeräte angeschafft, außerdem gab es eine Ferien-Freizeit für die Mitglieder des Vereins: Eine Woche wandern und zelten. Um die Vereinskasse ein wenig für zusätzliche Aktivitäten aufzupeppen, gab es an mehreren Sonntagen im Jahr einen Verkauf von selbstgebackenen Kuchen und eine kleine Zirkusaufführung der Kinder und Jugendlichen. In zwei Wochen steht nun die nächste Mitgliederversammlung an und Lisa wünscht sich, als Vorstand entlastet zu werden – Aber wie geht das eigentlich, eine Entlastung des Vorstandes?

Entlastung_des_Vorstands

Was heißt „Entlastung des Vorstandes?“

Eine Entlastung des Vorstandes bedeutet einen Freispruch von Bereicherungs- und Schadensersatzforderungen. Zuständig ist hierfür die Mitgliederversammlung, die den Vorstand entlasten kann, indem sie dem Vorgehen des Vorsitzenden vertraut und hinter ihm und seinen Handlungen steht.

Ein Verein besteht und lebt durch seine Mitglieder. Und diese sollten entsprechend auch dann zur Stelle sein, wenn es um die Entlastung des Vorstandes geht. Vertrauen bildet hierbei die Basis.

Die Entlastung des Vorstandes beginnt schon bei der Tagesordnung

Zurück zu Lisa, die gerade die Tagesordnung für die geplante Mitgliederversammlung schreibt. Natürlich möchte sie in der kommenden Sitzung für ihre Aktivitäten des zurückliegenden Jahres entlastet werden. Aber was sind nun die nächsten Schritte?

  • Zunächst gilt es die bereits entworfene Agenda um den Punkt der Entlastung des Vorstandes zu ergänzen
  • Anzusetzen ist die Entlastung nach dem Vortragen des Jahres- bzw. Rechenschaftsberichts, der damit die Basis für die Möglichkeit zur Entlastung ist
  • Im Bericht selbst, aber auch in den Tätigkeiten über das Jahr verteilt, entscheidet hier die Offenheit. Denn eine Entlastung des Vorstandes kann nur im Rahmen von bekannten Handlungen erfolgen
  • Die Entlastung des Vorstandes ist demnach immer eine rückwirkende Sache, nämlich entweder auf den Zeitraum zwischen der letzten und der heutigen Mitgliederversammlung oder aber für das letzte Geschäftsjahr 
  • Der letztliche Beschluss zur Entlastung des Vorstandes wird auf der Mitgliederversammlung selbst gefasst, meist in Form einer einfachen Abstimmung 

Was bedeutet „Entlastung des Vorstandes“ für den Verein?

Beschließt eine Mitgliederversammlung, seinen Vorstand beziehungsweise die einzelnen Vorstandsmitglieder zu entlasten, so verzichtet der Verein auf bestehende Schadensersatzansprüche, beispielsweise wenn unsachgemäß gehandelt oder Gelder falsch verwendet wurden. 

Ohne rechtliche Regelungen geht es letztlich nie!

  • §34 BGB legt fest, dass der Vorstand kein Stimmrecht für seine Entlastung hat, schließlich geht es dabei um seinen Schadensersatzanspruch bzw. den seiner Mitglieder 
  • Individuell fällt dabei aus, ob mit einer Entlastung die Vorstandschaft oder seine Mitglieder im Einzelnen entlastet werden sollen oder gar beides – diese Frage sollte mit einem Blick in die Vereinssatzung geklärt werden können 
  • Einen Anspruch auf Entlastung von Seiten des Vorstandes gibt es allerdings nicht, Entlastung kann nur bekommen, wer diese entsprechend in der Satzung verankert hat 

…und so gilt:

Offen zu kommunizieren, Handlungen zum Erreichen von Vereinszielen transparent darzulegen und damit Vertrauen zu schaffen. Dann steht der Entlastung durch die Mitgliederversammlung nichts mehr im Wege.

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