Die Aufwandsentschädigung

Ausgleich Ihrer Aufwendungen im Ehrenamt

Eine Aufwandsentschädigung ist eine Anerkennung Ihres ehrenamtlichen Engagements. Sie gilt als Vergütung für Aufwendungen im Ehrenamt. Meist ist sie pauschal und kann in Form der Übungsleiter- oder Ehrenamtspauschale geleistet werden.

Selbst wenn man sich für einen finanzkräftigen und riesigen Verein engagiert, darf man als ehrenamtlich Tätiger keine Vergütung im üblichen Sinn erhalten. Denn das, was Ehrenamt bedeutet, ist freiwilliges, altruistisches und unentgeltliches Engagement. Trotzdem ist ehrenamtliches Engagement ehrenwert und sollte belohnt werden. Deswegen lässt der Gesetzgeber diese „Vergütung“ der anderen Art zu.

Erhalten alle ehrenamtlich Tätigen die Aufwandsentschädigung?

Ein Ehrenamtler erhält für seine Tätigkeit keinen Lohn. Klar! Er arbeitet unentgeltlich. Für seine Aufwendungen im Verein darf er jedoch entschädigt werden! Er kann er pauschale Steuerentlastungen in Anspruch nehmen. Seine Aufwendungen können z.B. seine Arbeit als Tennistrainer sein. Oder er arbeitet als Schatzmeister und mäht einmal die Woche die Vereinswiese.



Aufwandsentschädigung des Vorstands

Ausgenommen von der Aufwandsentschädigung ist die Arbeit des Vorstands. Er darf dafür keine Aufwandsentschädigung erhalten – für andere Tätigkeiten jedoch schon. Dies sollten Sie unbedingt in die Satzung schreiben! Andernfalls kann der Status Ihrer Gemeinnützigkeit flöten gehen.

Steuerentlastungen für die Aufwandsentschädigung

Eine Aufwandsentschädigung ist bis zu gewissen Grenzen steuerfrei. Sie wird durch den Staat durch diese Steuerentlastungen unterstützt:
 

Einkommensentlastung

Grundsätzlich werden alle Aufwandsentschädigungen und finanziellen Einkünfte aus ehrenamtlicher Tätigkeit als Einnahmen angesehen. Wer jedoch mehr verdient als er fürs Ehrenamt aufwendet, hat gemäß Einkommensteuergesetz eine sog. „Einkunftserzielungsabsicht“. Keine Angst, Sie müssen sich dieses schreckliche Wort nicht merken. Trotzdem beschreibt es den Sachverhalt genau. Für die Aufwandsentschädigung müssen Sie keine Einkommensteuer zahlen, wenn Ihre Einnahmen die Selbstkosten nicht übersteigen. Diese Einnahmen können Sie steuerlich aber nicht als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen.Von Haus aus steuerfreie Einnahmen sind …

  • Leistungen nach dem Flüchtlingshilfegesetz (EStG § 3 Abs. 7)
  • Reisekosten (EStG § 3 Abs. 16)
  • und Fahrtkosten mit einem vom Arbeitgeber bzw. Verein gestellten Beförderungsmittel (EStG § 3 Abs. 32).
  • u.s.w.

 
Eine komplette Liste von steuerfreien Einnahmen finden Sie im Paragraphen 3 Einkommensteuergesetz.


 

Übungsleiterpauschale

Auch die Übungsleiterpauschale ist eine Aufwandsentschädigung. Dieser Steuerfreibetrag von maximal 2.400 Euro pro Jahr gilt für nebenberufliche Tätigkeiten wie Erzieher, Künstler, Betreuer und ähnliche Tätigkeiten, die gemeinnützigen, kirchlichen oder mildtätigen Zwecken dienen. Ein Beispiel wäre ein ehrenamtlich und nebenberuflich tätiger Dirigent, der dafür keine Vergütung im üblichen Sinn, sondern ein Taschengeld erhält. Wenn mehrere geförderte Tätigkeiten ausgeübt werden, gilt der Freibetrag nur einmal. Er gilt also für eine Person und nicht für eine bestimmte Tätigkeit.

Ehrenamtspauschale

Die nächste Aufwandsentschädigung ist die Ehrenamtspauschale. Dieser steuerliche Freibetrag von bis zu 720 Euro im Jahr gilt für Tätigkeiten mit einem mildtätigen, gemeinnützigen und kirchlichen Zweck. Ein Beispiel wäre ein nebenberuflich tätiger Platzwart eines Fußballvereins, der dafür ein Taschengeld erhält.

Aufwandsentschädigung für eine ehrenamtliche Tätigkeit

Alle drei Entschädigungsformen sind eine Anerkennung Ihres Engagements. Spezielle Regelungen zur Aufwandsentschädigung können in der Satzung festgelegt werden. Diese kann bei der Gründung des Vereins erstellt werden. Oder die einzelnen Mitglieder können die speziellen Regelungen für die Mitgliederversammlung beantragen. 

Höhe der Aufwandsentschädigung im Ehrenamt

Manche meinen, die Aufwandsentschädigung im Ehrenamt sei eine kolossale Vergütung. Wer ehrenhalber für einen großen Verein arbeite, der werde auch ordentlich bezahlt. Das könnte man meinen. Doch stimmt das auch? Die klare Antwort ist: Nein! Die Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Helfer ist nur so hoch wie die Freigrenzen bzw. so hoch wie die Selbstkosten, falls sie Ihre Einnahmen nicht übersteigen.

Steuerfreie Aufwandsentschädigung im Ehrenamt

Ob die Aufwandsentschädigung im Ehrenamt steuerpflichtig ist, hängt davon ab, welche Entschädigungsform der engagierte Freiwillige wählt, also Übungsleiterpauschale, Ehrenamtspauschale usw. Generell kann man sagen, dass der ehrenamtliche Helfer Steuerfreiheit hat, wenn er den Freibetrag nicht erreicht hat, oder dessen Ausgaben höher sind als seine Einnahmen. Manchmal werden Aufwandsentschädigungen auch aus öffentlichen Kassen erhalten, z.B. aus der Bundeskasse. Für die Sozialversicherung ist die Aufwandsentschädigung generell solange nicht von Belang, wie sie die Freibeträge nicht übersteigen!

Vereins-Liquidität

Außerdem sollte man stets überprüfen, ob der Verein fähig ist, eine Aufwandsentschädigung zu zahlen. Dies wird wichtig, wenn es um den sogenannten „Vergütungsanspruch“ geht. Verzichtet eine Person auf seine Aufwandsentschädigung und spendet diese an den Verein, kann die Person eine Spendenbescheinigung erhalten. Sie muss aber nicht spenden. Sie kann sich den Aufwand auch auszahlen lassen. Eine Aufwandsentschädigung darf nicht geleistet werden, wenn ein Verein nicht fähig ist, den Aufwand auch auszuzahlen.

Auslagenersatz und Aufwandsersatz

Neben der Ehrenamtspauschale und der Übungsleiterpauschale gibt es auch noch den Auslagenersatz und den Aufwandsersatz. Diese erstatten Ausgaben, die ein Mitglied geleistet hat.