Die GEMA & das Vereinsfest

ENGAGIERT STEUERN SPAREN

Ob Zumba-Kurs des Sportvereins, das Sommerkonzert mit dem Kinderchor oder der bunte Familiennachmittag der Nachbarschaftshilfe: Liegt Musik in der Luft, kann es auch im Verein unwissentlich zu Urheberrechtsverletzungen kommen. Die Anmeldung bei der GEMA ist daher für Vereine verpflichtend, die bestimmte musikalische Werke öffentlich aufführen bzw. abspielen möchten. Doch nicht jede Veranstaltung und jedes Lied ist vergütungspflichtig. Wir erklären Ihnen, welche Regeln zu beachten sind und wie Sie als Verein Geld sparen können. 

GEMA für Vereine

Bei öffentlichem Publikum fallen GEMA-Gebühren an – auch für Vereine

Im Prinzip muss jeder, der Musik öffentlich aufführt oder abspielt eine Urhebervergütung an die GEMA zahlen, die diese in Form von Tantiemen an die Künstler weitergibt. Das gilt für Vereine und Ehrenamtler ebenso, wie für Veranstalter, Gastronomen und selbst Privatpersonen. Entscheidend dabei ist die öffentliche Wiedergabe, die auch für Personen bestimmt ist, welche nicht unmittelbar zum Familien- und engen Freundeskreis gehören. Somit ist zum Bespiel jedes Vereinsfest ganz automatisch eine öffentliche Veranstaltung und daher GEMA-pflichtig.

Musiknutzung unbedingt rechtzeitig beantragen 

Soll also auf dem Sommerfest oder dem Jubiläumsball des Vereins oder auch nur zur Untermalung in einer Halbzeitpause Musik gespielt werden, müssen Sie das vorher bei der GEMA anmelden, sonst drohen Ihrem Verein Strafgebühren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die ortsansässige Blaskapelle aufspielt oder die Musik vom DJ-Pult, aus der Stereoanlage bzw. vom Smartphone kommt. Sie sind zudem gesetzlich verpflichtet, die Musiknutzung so rechtzeitig zu beantragen, dass die GEMA noch vor der Durchführung ihre Einwilligung erteilen kann.  

GEMA für Vereinsfeste auch bei kostenlosen Veranstaltungen

Übrigens: Auch wenn Sie für Ihre Veranstaltung keinen Eintritt verlangen, kommen Sie um die GEMA-Meldung nicht herum. Wie hoch die Gebühren tatsächlich sind, hängt von verschiedenen Faktoren ab, angefangen bei der Auswahl der Songs bis hin zur Veranstaltungsgröße in Bezug auf Teilnehmer und Veranstaltungsfläche. Wird Musik im Freien gespielt, darf für die Berechnung sogar die gesamte Beschallungsfläche zu Grunde gelegt werden. Auch Eintrittsgelder können relevant sein, sodass der Verein gegebenenfalls hierzu genaue Angaben machen muss.   

GEMA-Pauschale für Vereine & Kosten sparen

Je nach Anlass bietet die GEMA eine Vielzahl verschiedener Tarife für die Musiknutzung an. Das können zum Beispiel Schülerkonzerte, Vereins- und Straßenfeste, Umzüge sein, aber auch Sportveranstaltungen und Gymnastik- oder Fitnesskurse, in denen die Teilnehmer mit der passenden Musik zusätzlich angespornt werden. Durch die Wahl des richtigen Tarifs lassen sich hier effektiv GEMA-Kosten sparen. Wenn Ihr Verein regelmäßig solche Veranstaltungen durchführt, lohnt sich der Abschluss eines Pauschalvertrages. Damit verringert sich nicht nur der administrative Aufwand, Vereine profitieren auch von einer Gebührenermäßigung von zehn Prozent im Vergleich zu Einzelverträgen.  

GEMA: Schon bei Vereinsanmeldung beachten

Noch ein Tipp: Die GEMA hat mit den unterschiedlichsten Vereinigungen oder Organisationen Gesamtverträge geschlossen, unter anderem mit Musik ausübenden Vereinen, mit Sozialverbänden oder kulturellen Vereinigungen. Mitglieder dieser Gesamtvertragspartner erhalten bei rechtzeitiger Anmeldung ihrer Musiknutzungen einen Nachlass von bis zu 20 Prozent auf die normalen Vergütungssätze. Fragen Sie deshalb unbedingt bei Ihrem Dachverband nach, ob bereits eine Vereinbarung mit der GEMA besteht. Soll die GEMA-Anmeldung als Verein erfolgen, lassen Sie sich bei der zuständigen Bezirksdirektion der Gesellschaft individuell beraten. Im besten Fall können durch Sondernachlässe weitere Gebühren gespart werden. 

Was ist die GEMA? 

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) vertritt die Interessen von Musikschaffenden, z.B. indem sie dafür sorgt, dass ihr geistiges Eigentum geschützt und sie für die Nutzung ihrer Werke angemessen entlohnt werden. Auch Komponisten, Textdichter oder Musikverleger haben ein gesetzlich verbrieftes Recht auf eine angemessene Vergütung. 

SONDERNACHLASS FÜRS EHRENAMT

Veranstaltungen, die religiösen, kulturellen oder sozialen Belangen dienen und die nachweislich keine wirtschaftlichen Ziele verfolgen, erhalten einen Nachlass von 15 Prozent. Dieser gilt für: 

  • Veranstaltungen der Brauchtumspflege von Karnevalsvereinen, Trachtenvereinen, Schützenvereinen, Sportvereinen, Musikvereinen; 
  • Kinder- oder Seniorenveranstaltungen; 
  • Jugendtanzveranstaltungen, die im Rahmen der Jugendbetreuung für Jugendliche unter 21 Jahren durchgeführt werden, soweit nur alkoholfreie Getränke ausgegeben werden und von den Besuchern ein Eintrittsgeld von nicht mehr als 5,00 EUR erhoben wird; 
  • Veranstaltungen der freien Wohlfahrtspflege; 
  • Veranstaltungen gemeinnütziger Sportvereine, die keine wirtschaftlichen Ziele verfolgen und bei denen der Sport im Vordergrund steht 

KEINE GEMA-GEBÜHREN 

Unter diesen zwingenden Voraussetzungen sind soziale und ehrenamtlich geprägte Veranstaltungen sogar ganz von einer Vergütungspflicht freigestellt: 

  • Sie müssen einem sozialen oder erzieherischen Zweck dienen. 
  • Sie müssen von allen Teilnehmern entgeltfrei besucht werden können. 
  • Sie müssen entweder eine Schulveranstaltung sein oder eine Veranstaltung der Jugendhilfe, der Sozialhilfe, der Alten- und Wohlfahrtspflege oder der Gefangenenbetreuung. 
  • Sie dürfen nur einem bestimmt abgegrenzten Kreis von Personen zugänglich sein. 
  • Sie dürfen ausübenden Künstlern keine besondere Vergütung zukommen lassen. 
  • Sie dürfen nicht dem Erwerbszweck des Veranstalters oder eines Dritten dienen. 

Tipps zur GEMA für Vereine

Lizenzfreie Musik:

Es gibt auch freie Werke, für deren öffentliche Nutzung keine Lizenzkosten mehr anfallen. Dazu gehören vor allem Musikstücke von Urhebern, die vor mehr als 70 Jahren verstorben sind, und sogenannte Volkslieder, deren Autoren oft gar nicht bekannt sind. Rund um traditionelle Feste wie Weihnachten ist es somit möglich, Musikdarbietungen lizenzfrei zu organisieren. www.gema.de/repertoiresuche  

Benefiznachlass:

Benefizveranstaltungen sind zwar nicht von der Vergütungspflicht ausgenommen,  allerdings gewährt die GEMA unter bestimmten Voraussetzungen einen Benefiznachlass in Höhe von 10 Prozent. Aber nur, wenn alle ausübenden Künstler vollständig auf ihre Gage verzichten und der Reinertrag der Veranstaltungen nachweislich in Not geratenen Menschen zu Gute kommt. 

Was kostet die GEMA für Vereine? Tarife & Strafen 

Die Höhe der GEMA-Gebühr hängt vom jeweiligen Tarif ab, in den die Musiknutzung fällt. (https://www.gema.de/musiknutzer/tarife-formulare/) Für ein Sportevent im Amateur-Bereich etwa, bei dem nur vor und nach dem Wettkampf, bzw. in den Pausen Musik eingespielt wird, ruft die Gesellschaft eine Vergütung von 12,35 € je 150 Zuschauer auf. Für einen Faschingsball mit Livemusik in der Mehrzweckhalle können die Kosten auch schon mal vierstellig werden. Wer diese umgehen will, muss am Ende tiefer in die Tasche greifen: Die GEMA ist in solchen Fällen berechtigt, einen Kontrollkostenzuschlag zu berechnen, der in der Regel 100 % des Regeltarifs beträgt. Das heißt: die Veranstaltung/Musiknutzung wird doppelt so teuer. 

Laden Sie sich hier kostenlos den Leitfaden Veranstaltungen herunter

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