Morscher Baum beschädigt neuwertigen Mercedes

Es ist der Tag des großen Endspiels im Lacrosse. Schon das ganze Jahr über wird dieser Tag von Lacrosse-Fans herbeigesehnt. Wie jedes Jahr findet das Endspiel auf neutralem Boden statt.

Am Nachmittag steht der Parkplatz des neutralen Gastgebervereins voller Autos von Fans, Anwohnern und Sportinteressierten. Über den Parkplatz ragen viele Bäume, vor allem neu gepflanzte Kiefern und alte Eichen, die das Vereinsgelände verschönern. Das Lacrosse-Feld ist frisch bewässert, die Cheerleader eingetroffen und das Wetter sonnig.

Der Gastgeber-Vereinsvorstand und der Platzwart haben für den großen Tag alles besorgt: Sie haben ausreichend Getränke, Currywürste und Gewürze für ihren kleinen Kiosk gekauft, sie haben sich um genug Toiletten und die Säuberung der Mannschaftskabinen gekümmert und sogar einen Teil des Grundstücks für Rettungseinsätze mit Krankenwagen geräumt. Alles sollte an diesem tollen Tag reibungslos funktionieren.

Das Spiel beginnt, vor allem die zweite Halbzeit ist fesselnd, der Schiedsrichter zückt zwei gelb-rote Karten. Kurz vor Ende steht es 3:3 und die „roten“ Fans rasten aus, als ihre Mannschaft das entscheidende Tor schießt.

Nach dem Spiel kommt aber plötzlich ein Anwohner auf den Platzwart zu und führt ihn zum Vereins-Parkplatz, auf dem er eine unglückliche Situation beobachten muss. Quer über dem Auto liegt eine schwere morsche Eiche, die wohl während dem Spiel darauf gefallen war. Der Besitzer des Autos steht schon auf dem Parkplatz und hält eine Wutrede. Das Auto war ein nigelnagelneuer Mercedes, Kaufpreis um die 82000 Euro, der ordentlich auf dem Vereinsparkplatz abgestellt worden war. Das Dach ist vollkommen eingedrückt und die Seitenfenster sind zum Teil zersplittert.

Es dauert nicht lange, dann bekommt der Verein Post mit einer Schadensersatzklage in den Briefkasten. Ein Prüfer kommt und untersucht den Baumbestand. Er findet heraus, dass viele der Eichen morsche Stellen haben. „Deswegen sind regelmäßige Kontrollen des Baumbestands so wichtig. Am besten alle zwei Jahre!“ sagt der Prüfer. Der Verein hat dies versäumt, dadurch die Verkehrssicherungspflicht verletzt und muss für die gesamte Schadensersatzsumme aufkommen.

Wegen solcher Fälle ist es wichtig, für Schadensersatzforderungen an den Verein vorzusorgen – Der Schutzbrief des Deutschen Ehrenamts schützt Vereine mit der Veranstalterhaftpflicht.

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