Allgemeine Vermögensschäden

Mit dem Vermögen eines Vereins und auch mit dem des Vorstands sollte vorsichtig umgegangen werden. Allein ein Schlüsselverlust kann ein großes Loch in den Geldbeutel reißen. Folgende Schadensbeispiele zeigen, wie Sie es nicht machen sollten:

Ausschreibung zum Erwerb neuer Sportgeräte

Der Vorstand eines Ruderclubs berät über den Kauf neuer besserer und schnellerer Boote. An der Ausschreibung beteiligt sich auch ein osteuropäisches Unternehmen, das mit geheimen Erkenntnissen aus der nationalen Sportforschung wirbt. Der Vorstand kauft daraufhin mehrere Bootsklassen dieses Herstellers im Wert von 52.000 EURO. Die Überraschung kam bei der Anlieferung. Es handelt sich um veraltete Boote, die nicht mehr konkurrenzfähig sind und einen Marktwert von lediglich 20.000 EURO haben. Die Boote sollten aufgrund der nicht gegebenen Voraussetzungen innerhalb der vereinbarten Umtauschfrist zurückgegeben werden. Diese Frist wird jedoch versäumt, so dass ein Schaden beim Verein in Höhe von 32.000 EURO entsteht.

Pachtvertrag eines Gastronomiebetriebes

Der Vorstand eines Tennisclubs hat sich mit dem Pächter für das Vereinsheim überworfen und einem neuen Pächter bereits eine Zusage zur Übernahme des Gastronomiebetriebes zu einem bestimmten Termin erteilt. Dabei wurde versäumt dem alten Pächter fristgerecht zu kündigen. Der Vertrag läuft somit ein Jahr weiter. Da der neue Pächter schon eine Zusage bekam, hat dieser seine alte Pacht gekündigt und steht durch entsprechende Weitervermietung nunmehr ohne Pacht da. Den Umsatzausfall macht er beim Verein geltend.

Schlüsselverlust

Der 2. Vorstand ist im Besitz der Schlüssel für das eigene Vereinsheim und für die gemeindeeigene Mehrzweckhalle. Aus Unachtsamkeit verliert er diese Schlüssel. Um Einbrüche in die Gebäude zu verhindern, müssen die Schließanlagen an beiden Gebäuden geändert, bzw. ausgetauscht werden. Die Gemeinde macht den Verein für die Kosten in Höhe von 2.000 Euro haftbar. Dem Verein selbst entstehen Kosten von 1.000 Euro.
Der Verein macht für beide Fälle den 2. Vorstand verantwortlich. Dieser haftet für die Kosten mit seinem Privatvermögen. Die Kosten werden vom Versicherer bis max. 5000 Euro übernommen.

Anspruch auf Zuschüsse verfallen wegen Versäumnis

Der Schatzmeister versäumt es, wichtige Unterlagen rechtzeitig zu versenden. Wegen des verspäteten Eingangs verfällt der Anspruch des Vereins auf Zuschüsse in Höhe von 12.000 Euro. Der Verein macht den Schatzmeister dafür verantwortlich und fordert Schadenersatz. Der Schatzmeister haftet für die entgangenen Zuschüsse unter Umständen mit seinem Privatvermögen.

Neubau des Vereinsheimes

Der Vereinsvorstand beschließt den Neubau eines Vereinsheimes. Das Sportgelände grenzt an ein Naturschutzgebiet. Infolge mangelnder Kenntnis wird der Neubau in Eigenleistung zu Teil auf dem Grund eines angrenzenden Naturschutzgebietes errichtet. Die Verwaltung erfährt von dem Bauvorgang, stoppt die Arbeiten und verordnet den Abriss des Rohbaus sowie die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Dem Verein entsteht ein Vermögensschaden in Höhe von 125.000 EURO.

Steuernachzahlung

Ein Verein führt versehentlich zu wenig Steuern ab. Dem Finanzamt fällt dies bei einer Betriebsprüfung erst nach 5 Jahren auf. Es fordert somit für die letzten 5 Jahre diesen Steuerfehlbetrag in Höhe von 15.000 EURO im Rahmen einer Nachzahlung an. Der Verein kann diesen Betrag nicht aufbringen und nimmt einen Kredit auf. Die hierfür anfallenden Zinsen stellen teilweise einen Schaden dar.Quelle: ARAG

Falsche Angabe bei der Sozialversicherung

Ein Sportverein hat mehrere Angestellte. Gegenüber den Behörden werden versehentlich falsche Angabe zur Sozialversicherung gemacht. Als ein Mitarbeiter in Rente geht bekommt er nur eine monatliche Rentenleistung von 135 EURO. Der Mitarbeiter macht den Verein haftbar.
Quelle: ARAG

Neue Vereinsmitglieder

Neue Vereinsmitglieder werden nicht rechtzeitig beim Verband gemeldet und haben deshalb noch keinen Unfallversicherungsschutz. Sie machen den Verein für ausbleibende Unfallversicherungsleistungen in Höhe von 15.000 Euro verantwortlich, die der Verein aus eigenen Mitteln erbringen muss. Der Vorstand haftet dem Verein gegenüber hierfür mit seinem Privatvermögen!

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